06.10.2016 Stephanie Kunert 9 Kommentare ↓

Was ist bei der Ausweitung der Lkw-Maut auf Bundesstraßen ab 2018 zu beachten?

Die Lkw-Maut auf Bundesstraßen wird erweitert. Ab dem 1. Juli 2018 gilt sie, nach den Plänen der Bundesregierung, auf allen Bundesstraßen. Mautpflichtig sind Lkw ab 7,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht. Die fünf wichtigsten Fakten dazu für Speditionen und Lkw-Fahrer lesen Sie hier.

1) Mit der OBU gut für die Lkw-Maut auf Bundesstraßen vorbereitet

Für Vielfahrer ist die On-Board-Unit (OBU) nach wie vor der komfortabelste Weg zur Maut. Denn wer die OBU nutzt, weiß: Dadurch spart man Zeit und somit Geld. Auf die OBU ist also Verlass. So auch, wenn es um die Bemautung aller Bundesstraßen geht. Die eingebauten OBUs können, trotz der erheblich angestiegenen Zahl von Streckenabschnitten, weiter genutzt werden. Das bedeutet: keine Werkstattaufenthalte und damit verbundene Kosten.

Lkw-Maut auf Bundesstraßen

Lkw-Maut auf Bundesstraßen – ab 1. Juli 2018 auf allen Bundestraßen

Einige Unternehmen werden ab 2018 erstmalig das Mautsystem nutzen. Sie sollten frühzeitig entscheiden, wie sie die Gebühr bezahlen wollen. Wer häufig auf  mautpflichtigen Straßen fährt, für den ist die Bezahlung über das automatische Einbuchungsverfahren per OBU sinnvoll. Damit die OBU eingebaut werden kann, registriert sich das Unternehmen online über das Kundenportal bei Toll Collect. Dann können die Fahrzeuge angemeldet werden. Es folgt der Besuch beim Servicepartner. Der baut die OBU ein. Toll Collect stellt das Gerät kostenfrei zur Verfügung. Lediglich der Einbau wird vom Unternehmen bezahlt.

2) Das manuelle Verfahren ist zukünftig auch mobil

Das manuelle Einbuchungsverfahren wird weiterentwickelt. Kunden buchen sich wie bisher online im Internet oder am Mautterminal ein. Neu ist ab 2018 die Einbuchung über eine mobile App. Diese verschiedenen Einbuchungswege haben viele Vorteile:

Manuelle Einbuchung künftig per Mautterminal, Internet und App

Manuelle Einbuchung künftig per Mautterminal, Internet und App

  • Der angebotene Routingdienst verfügt über die Auswahl von Start-, Ziel- und Via-Punkten. Er bezieht auch Straßen mit ein, die nicht mautpflichtig sind. Das hilft bei der individuellen Routenplanung.
  • Jeder Kunde kann künftig jeden zur Verfügung stehenden Einbuchungsweg nutzen. Dafür muss er sich nicht vorab bei Toll Collect registrieren.
  • Eine Fahrt vor Ort im Internet einbuchen und von unterwegs per mobiler App stornieren – auch das ist zukünftig möglich.
  • Wer die mobile App oder die Internet-Einbuchung nutzt, spart Zeit. Denn es ist nicht mehr notwendig, Mautterminals anzufahren.

3) Die Lkw-Maut auf Bundesstraßen wird mit Kontrollsäulen kontrolliert

Auf den Bundesstraßen wird es keine Kontrollbrücken geben. Diese stehen weiterhin nur auf den Autobahnen. Für die Überprüfung der Lkw-Maut auf Bundesstraßen sollen zukünftig Kontrollsäulen zum Einsatz kommen. Sie ergänzen die mobilen Kontrollen des Bundesamtes für Güterverkehr (BAG). Technisch sind die Kontrollsäulen mit ähnlichen Funktionen ausgestattet wie die auf den Autobahnen installierten Kontrollbrücken.

Der Datenschutz nimmt, wie auch heute schon, einen großen Stellenwert im Mautsystem ein. Die Daten aus den Kontrollsäulen werden ausschließlich dann an ein Kontrollzentrum weitergeleitet, wenn bei einem Lkw ab 7,5 Tonnen zGG der Verdacht besteht, dass nicht oder falsch gezahlt wurde. Alle anderen Daten werden sofort gelöscht. Optisch unterscheiden sich die Kontrollsäulen deutlich von Blitzersäulen für die Geschwindigkeitskontrolle. Sie sind höher und zudem farblich gekennzeichnet.

So sollen sie aussehen: Die Kontrollsäulen sind blau und ähneln somit den Blitzersäulen nicht.

So sollen sie aussehen: Die Kontrollsäulen sind blau und heben sich somit optisch von den Blitzersäulen ab.

4) Das mautpflichtige Streckennetz wächst

Das mautpflichtige Streckennetz wächst um rund 40.000 Kilometer. Toll Collect bereitet im Auftrag des Bundes die technische Ertüchtigung des Lkw-Mautsystems für die kommende Mauterweiterung vor. Ziel ist es, das Bezahlen der Gebühr weiterhin für Transportunternehmen und Fahrer unkompliziert und einfach zu halten.

Toll Collect hat in der Vergangenheit bereits zahlreiche technische Änderungen und Mauterweiterungen erfolgreich umgesetzt. Dafür gibt es einige Beispiele: Die Ausdehnungen der Maut auf vierspurige Bundesstraßen 2012 und 2015 und die Ausweitung der Mautpflicht auf Fahrzeuge ab 7,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht gehören dazu.

Entwicklungen im Mautsystem und Mauterweiterungen seit 2005

Entwicklungen im Mautsystem und Mauterweiterungen seit 2005

5) So geht es zeitlich weiter

Im Mai 2016 hat die Bundesregierung einen Gesetzentwurf zur Ausweitung der Lkw-Maut zum 1. Juli 2018 auf alle Bundesstraßen beschlossen. Damit werden die Nutzerfinanzierung und das Prinzip „Mobilität finanziert Infrastruktur“ gestärkt. Die Einnahmen aus der Maut fließen direkt in den Erhalt und den Ausbau der Straßeninfrastruktur. Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) hat Toll Collect Ende Juni 2016 mit der technischen Vorbereitung dieser Erweiterung beauftragt.

Auf der Plenarsitzung am 22. September 2016 hat der Bundestag in erster Lesung über den Entwurf zur Änderung des Bundesfernstraßenmautgesetzes beraten. Nun folgen die Beratungen im Verkehrsausschuss, anschließend geht der Gesetzentwurf mit den Beschlussempfehlungen des Ausschusses zurück ins Plenum, wo das Gesetz verabschiedet wird. Parallel dazu arbeitet Toll Collect an der technischen Vorbereitung der Maut auf allen Bundesstraßen.

 
9 Kommentare – “Was ist bei der Ausweitung der Lkw-Maut auf Bundesstraßen ab 2018 zu beachten?”
  1. Schurig sagt:

    Wird das dafür sorgen dass die Lkw auf der Autobahn bleiben und nicht die Bundesstraßen benutzen ?
    Bei uns vor dem Grundstück verläuft die B87.
    Der LKW Verkehr nimmt zu. Durch Polnische, Slowakische und andere
    Wir benötigen bis 15 Minuten um die Straße zu überqueren.
    Dazu kommt Stau wo wir den Abgasen ausgesetzt sind

    • Claudia Steen sagt:

      Hallo Herr Schurig, eine belastbare Aussage können die kommunalen Ansprechpartner sicher erst 2018/2019 treffen können.

      Viele Grüße Claudia Steen

    • Gaertner sagt:

      Es ird allerhoechste Zeit!
      Wie werden die Tarife „gestaltet“?
      M.M.n. muss Autobahnen die „billigste“ und Landstrassen und -wege die teuersten Bemautungen haben.
      UND, die Mauten muessen an die Abnutzung der Infrastrukturen angepasst werden,
      im besonderen, da ja LKW diese um das 20000- 40000-fache gegenueber PKW liegen.
      Sicher muessen auch die Umweltverschutzung, nicht nur Abgase, entsprechend bemautet werden.
      Um eine Steuerung zu erziehlen.
      Bin allerdings der festen Meinung, das eine generelle Strassenbenutzungsgebuehr, nach diesen Kriterien, also nach Typ, Schadstoff, Infrastrukturbelastung, ..
      das richtige waere. Und viel unnuetze Ueberwachungstechnik einsparen koennte, und somit Resourcen schont. Der zu erwartende technische Aufwand der geplanten Umsetzung ist unverhaeltnismaessig!

    • Mönicke sagt:

      Wann wird das umfahren der Maut endlich als das behandelt was es ist

      „Steuerhinterziehung“ im ganz Großen Stil

      • stefan blum sagt:

        ich würde das , vermindern von umweltbelastung , nennen
        wenn ein Fahrer damit eine halbe std fahrzeit ,von seiner eh schon begrenzen zeit sparen kann , vielleicht 30 km umweg vermeiden kann, ca. 15 Liter Diesel nicht verbrennen muß das ist doch gut für die Umwelt , das muß doch erlaubt sein , ab 1.7.18 wird das jetzt auch legalisiert , Maut auf Bundesstraßen , Geld ist wichtiger als alles andere , eigentlich müßte die Maut für alle FZGe gelten auf allen Staßen dann würde so manch einer der jeden Tag 100 km zur arbeit fährt überlegen ob das noch sinnvoll ist ,daß würde unserer umwelt auch helfen , weniger verkehr , weniger belastung, weniger kosten und ganz wichtig weniger einnahmen

  2. Cordes sagt:

    Moin,

    die Kommentare hier zu lesen ist wieder mal eine wahre Freude!

    Ich bin zwar kein Beruflicher LKW Fahrer oder Transportunternehmer, sondern fahre nebenbei gelegentlich weil es mir Spaß macht und weil ich es kann.

    Nur mal so zur Belastung der Bundesstraßen durch „Mautpreller“… Natürlich gibt es Strecken die sich als Alternativrouten zur Autobahn anbieten, dabei spielt allerdings nicht nur die Maut eine Rolle, sondern auch Zwischenziele, Abladestellen, die Topographie, die Pausenstrategie, und manchmal (man staunt) sitzen im LKW auch Menschen, die in der Routenplanung auch ihre persöhnliche Vorliebe einfließen lassen! Meistens sind die „Mautprellerstrecken“ allerdings schlicht und ergreifend deutlich kürzer!

    Und im Gegensatz zu sehr vielen Autofahrern fahren LKW meistens nicht absolut sinnfrei durch die Gegend, wobei man sich darüber streiten kann, ob die Zügellose Marktöffnung richtung Osten mit entsprechenden Lohngefällen und demfolgenden Transitverkehren global betrachtet sinnvoll ist (egal, ist alternativlos!!!)

    Die Menschen sollten eins verstehen, auch wenn die an der B87 wohnen, die Mautausweitung ist genau wie die Mauteinführung damals eine Steuererhöhung durch die Hintertür, kein LKW Fahrer oder Unternehmer hat am Ende des Jahres weniger Geld in der Tasche, die Maut wird 1:1 oder sogar 1:1,2 auf die Transporte umgelegt sond somit bei Aldi an der Kasse bezahlt.

    Und wenn unsere pfiffigen Osteuropäischen Freunde es richtig machen haben sie am Ende noch mehr Geld in der Tasche…

    • Carolyne Ramacher sagt:

      Schön wäre es – die Maut zahlt letztendlich der Fahrende Unternehmer.
      Dem werden die Mautkosten aufgebürdet.

  3. stefan blum sagt:

    Viele die hier schreiben sollten mal darüber nachdenken , sicherlich ist es richtig das der bezahlt der die straße nutzt gefahrene km werden abgerechnet , gerecht wäre aber auch dann, daß die KFZ Steuer abgeschafft wird auf 0 Null gesetzt , wer das Fzg nur zu Hause stehen hat brauch auch nicht zu bezahlen ,Das wäre auch der Grundsatz für die PKW Maut die als nächstes eingeführt wird ( seid euch sicher das kommt ) genau so sicher bezahlt der Endverbraucher die LKW Maut ganz alleine , nicht der Fahrer , nicht der Unternehmer und der LKW auch nicht ,wenn ich da an die Umfragen im TV sehe weis ich nicht was so manch einer denkt

  4. Peter Siebert sagt:

    Hallo alle zusammen Ich habe eure Meinungen gelesen und muss sagen das ihr auch einmal darüber nachdenken solltet wer das alles bezahlt . Die LKW- Maut zahlen alle weil alles auf den Warenpreis umgelegt wird und nicht auf den Spediteur ,also LKW-Maut zahlen wir und unsere PKW Maut werden wir auch bezahlen und da können wir uns drauf verlassen . Mal sehen wohin dann ausgewichen wird ?

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