CO2-Emissionen von Lkw senken
08.06.2017 Stephanie Kunert Keine Kommentare ↓

VDA: „CO2-Emissionen von Lkw sinken weiter“

Durch das Messinstrument Vecto werden die CO2-Emissionen von Lkw transparenter. Das schafft die Grundlage für noch mehr Wettbewerb im Nutzfahrzeugmarkt. Und lässt die Kraftstoffverbräuche immer weiter sinken, so der VDA.

Die EU-Mitgliedstaaten haben den Weg für die Bestimmung der CO2-Emissionen von Lkw frei gemacht. Ab 2019 müssen in Europa erstmals vergleichbare CO2-Werte für neu produzierte und zugelassene schwere Nutzfahrzeuge ermittelt und ausgewiesen werden. Zunächst gilt das für Lkw im Fernverkehr und im regionalen Verteilerverkehr. Schrittweise werden weitere Fahrzeugkategorien, etwa im städtischen Verteilerverkehr, einbezogen. Auch die Vorbereitungen für die Einbeziehung von Bussen haben bereits begonnen. Das neue Messinstrument Vecto ermittelt künftig die CO2-Werte. Die Europäische Union entwickelte das Vehicle Energy Consumption Calculation Tool gemeinsam mit der TU Graz.

VDA erwartet mehr Transparenz

Matthias Wissmann, Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), (c) Jens Schicke.

Bisher sind die Angaben zum Kraftstoffverbrauch und den CO2-Emissionen von Lkw nicht vergleichbar. Das liegt auch an der immensen Vielfalt schwerer Nutzfahrzeuge und ihres breiten Einsatzspektrums. Vecto ist ein simulationsgestütztes Messverfahren. Dies ermöglicht es erstmals, die CO2-Emissionen von Gesamtfahrzeugen, also von Zugmaschinen mit Aufliegern oder Anhängern und Reifen inklusive aller relevanten Fahrzeugkomponenten zu ermitteln und bei der Berechnung zu berücksichtigen. Auf der Basis dieser Daten und realistischer Fahrzyklen können im Ergebnis Kraftstoffverbrauch und CO2-Emissionen individuell für alle Fahrzeugkombinationen und konkrete Einsatzprofile bestimmt werden.

Der Verband der Automobilindustrie (VDA) sieht durch die Entschiedung der EU den Grundstein für noch mehr Transparenz  und Wettbewerb auf dem Nutzfahrzeugmarkt gelegt. „Die Kunden in der Transport- und Logistikbranche werden davon durch weiter sinkende Kraftstoffverbräuche und CO2-Emissionen profitieren. Der Wettbewerb um die sparsamsten Fahrzeuge wird damit noch einmal deutlich forciert. Mit dem nun beschlossenen Ansatz übernimmt die EU die führende Rolle in der praxisnahen Bestimmung der CO2-Emissionen von schweren Lkw“, sagt Matthias Wissmann, Präsident des VDA.

Vecto muss weiterentwickelt werden

Bereits ohne gesetzliche Vorgaben hat die Nutzfahrzeugindustrie die Effizienz und den Verbrauch ihrer neuen Fahrzeuge kontinuierlich und erheblich verbessert. Wissmann betont, dass in den vergangenen 20 Jahren die Kraftstoffverbräuche kontinuierlich reduziert werden konnten, im Durchschnitt um mehr als ein Prozent jährlich. Gleichzeitig habe die Nutzfahrzeugindustrie die Schadstoffemissionen im realen Fahrbetrieb um rund 95 Prozent reduziert. Trotzdem müsse Vecto jetzt rasch weiterentwickelt werden, fügte Wissmann hinzu. „Denn wichtige Spritspartechnologien wie GPS-Tempomaten oder Hybridantriebe können wesentlich zur Verbrauchsminderung beitragen.“ Diese sind in Vecto aktuell jedoch noch nicht enthalten.

Mautsystem fördert umweltfreundliche Lkw

Nicht zuletzt die Lkw-Maut in Deutschland bietet einen Anreiz für die Anschaffung umweltfreundlicher Lkw. Sie wurde bereits von Anfang an so konzipiert, dass sie den Unternehmen einen starken Anreiz bietet, möglichst schadstoffarme Fahrzeuge einzusetzen. Die Mauthöhe ist nämlich nicht nur von der gefahrenen Strecke abhängig, sondern auch vom Schadstoffausstoß des jeweiligen Lkw. Je moderner die Abgastechnik und damit je geringer die CO2-Emissionen der Lkw sind, desto günstiger der Mauttarif. In der teuersten Kategorie kostet ein Mautkilometer bei einem Lkw mit fünf Achsen rund 22 Cent. Für einen fünfachsigen Lkw in der Schadstoffklasse Euro 6 schlagen dagegen nur 13,5 Cent pro Kilometer zu Buche.

Ökologische Lenkungswirkung der Lkw-Maut in Deutschland

 

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