26.05.2017 Stephanie Kunert Keine Kommentare ↓

Mehr Sicherheit für ungeschützte Verkehrsteilnehmer gefordert

Die Zahl der schweren Verkehrsunfälle, an denen Lkw beteiligt sind, geht zwar zurück. Doch die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer muss sich noch weiter verbessern. Das ist eine Forderung aus dem Verkehrssicherheitsbericht von Volvo Trucks, der kürzlich veröffentlicht wurde.

Der Volvo Trucks Sicherheitsbericht 2017 analysiert und beschreibt die Ursachen und den Ablauf von Unfällen mit Lkw-Beteiligung sowie mögliche Maßnahmen zur Verringerung der Unfallgefahr und zur Linderung von Unfallfolgen. „Diese Fakten sind nicht nur wichtig für unsere eigene Produktentwicklung, sondern auch für jeden, der sich für mehr Sicherheit im Straßenverkehr engagiert“, sagt Peter Wells, Leiter des Unfallforschungsteams von Volvo Trucks.

Daher beruht der Bericht nicht nur auf der unternehmensinternen Unfallforschung, sondern auch auf Daten verschiedener nationaler und EU-Behörden. Ein Ergebnis: Man muss sich vor allem darum kümmern, die Risiken für ungeschützte Verkehrsteilnehmer wie Fußgänger, Radfahrer und Kradfahrer zu senken.

Drastische Maßnahmen zum Schutz gefordert

Foto: Volvo Trucks

„In den letzten zehn Jahren hat sich die Zahl der schweren Verkehrsunfälle mit Lkw-Beteiligung in Europa annähernd halbiert. Aber die Zahl der Lkw-Unfälle, an denen auch ungeschützte Verkehrsteilnehmer beteiligt waren, ist nicht im selben Maße zurückgegangen“, sagt Carl Johan Almqvist, Leiter der Verkehrs- und Produktsicherheit bei Volvo Trucks.

Rund 35 Prozent der Personen, die sich bei Unfällen mit Lkw schwer verletzen oder ums Leben kommen, sind ungeschützte Verkehrsteilnehmer. Angesichts der voranschreitenden Urbanisierung und der damit einhergehenden Verkehrs- und Menschendichte besteht die Gefahr, dass die Zahl der Verletzungen weiter zunehmen wird. Es sei denn, es werden drastische Maßnahmen ergriffen.

Technische Lösungen bringen Sicherheit

Das Forscherteam ist sich sicher: Wer die Unfallzahlen senken will, muss die Entwicklung technischer Lösungen vorantreiben. Die unterstützen den Fahrer dabei, potenzielle Gefahrensituationen zu vermeiden. „Darüber hinaus müssen sich alle Verkehrsteilnehmer stärker der Gefahren bewusst werden, die im Straßenverkehr drohen, und wissen, wie man ihnen am besten aus dem Weg geht“, so Carl Johan Almqvist.

Eine wichtige Rolle in Sachen Unfallvermeidung spielen Vorrichtungen, die dem Lkw-Fahrer freie Sicht auf das unmittelbare Umfeld seines Fahrzeugs liefern. Neben Rück- und Nahbereichsspiegeln und Rückfahrkameras bietet Volvo unter anderem eine Lösung an, die auf einer Kamera basiert. Sie zeigt dem Fahrer, was auf der Beifahrerseite vor und neben dem Fahrzeug passiert.

Foto aus der Kampagne „Sehen und gesehen werden“. Foto: Volvo Trucks

„Wichtig ist, dass auch Fußgänger und Radfahrer wissen, wie wichtig es ist, zu sehen und gesehen zu werden. Auch sie können und sollen ihren Beitrag für ein reibungsloses Miteinander im Straßenverkehr leisten“, so Carl Johan Almqvist. Volvo hat daher Unterlagen für die Verkehrserziehung konzipiert, die sich sowohl an Kinder und junge Menschen als auch an Erwachsene richten. Ein Beispiel dafür sind die Kampagnen „Stoppen, schauen, winken“ und „Sehen und gesehen werden“, die sich um genau diese Themen drehen.

Sicherheitsgurt zu wenig genutzt

Der Gurt bringt Sicherheit für den Fahrer

Lkw-Fahrer nutzen den Sicherheitsgurt noch immer nicht oft genug. Foto: Volvo Trucks

Um die Gefahr von Unfällen mit anderen Fahrzeugen zu verringern, hat Volvo seine Trucks mit verschiedenen aktiven Sicherheitssystemen ausgestattet. Falls dennoch ein Unfall passiert, kommt eine altbekannte Schutzvorrichtung zum Einsatz, die sich als wichtigster Lebensretter bewährt hat: der Sicherheitsgurt.

„Der Bericht offenbart, dass viel zu viele Lkw-Fahrer keinen Sicherheitsgurt anlegen. Obwohl wir wissen, dass jeder zweite der bei Verkehrsunfällen getöteten und nicht angeschnallten Lkw-Fahrer überlebt hätte, wenn er angeschnallt gewesen wäre“, berichtet Carl Johan Almqvist von Volvo.

Die Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) hat ebenfalls das Anschnallverhalten von Berufskraftfahrern überprüft. Bei einer repräsentativen Verkehrsbeobachtung hat sie festgestellt, dass sich jeder zehnte Fahrer im Güterkraftverkehr nicht angurtet. Demnach waren im Jahr 2016 im Schnitt 88 Prozent der Fahrer im Güterkraftverkehr angeschnallt. Auf Autobahnen waren 90 Prozent und auf Landstraßen 86 Prozent der Fahrer durch einen Gurt gesichert.

Den ungekürzten Volvo Trucks Sicherheitsbericht 2017 in englischer Sprache gibt es unter diesem Link.

 

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