BAG Studie sieht Lkw vor Schiff und Bahn
21.09.2017 Udo Freialdenhofen Keine Kommentare ↓

BAG Studie 2016: Lkw dominiert Bahn und Schiff

21.09.2017 – Der einzige Verkehrsträger, der im Jahr 2016 keine Einbußen hinnehmen musste, war der Lkw. Das ist ein Ergebnis der BAG Studie 2016 „Marktbeobachtung Güterverkehr“. Die Binnenschifffahrt rutschte auf ein neues Rekordtief. Die Bahn stand im harten Preiswettbewerb zur Straße.

Das Bundesamt für Güterverkehr (BAG) hat in seinem Jahresbericht 2016 „Marktbeobachtung Güterverkehr“ die Lage der Verkehrsträger Straße, Schiene und Wasserwege zusammengefasst. Laut dieser Veröffentlichung ist die Güterverkehrsleistung in Deutschland um 0,1 Prozent gegenüber 2015 gesunken. Somit hat sie nicht vom preisbereinigten Wirtschaftswachstum Deutschlands von 1,9 Prozent partizipiert.

In einem positiven gesamtwirtschaftlichen Umfeld erzielte laut BAG Studie von allen Landverkehrsträgern allein die Straße im Jahr 2016 Aufkommenszuwächse. Die im Straßengüterverkehr mit deutschen Lastkraftfahrzeugen im In- und Ausland beförderte Transportmenge erhöhte sich im Vergleich zum Jahr 2015 um 2,5 Prozent auf rund 3,1 Milliarden Tonnen. Damit übertraf sie erstmals das Niveau von 2008. Die Verkehrsleistung stieg um 0,3 Prozent auf rund 315,7 Milliarden Tonnenkilometer (tkm).

BAG Studie: Weniger Insolvenzen im Transportgewerbe

Im gewerblichen Straßengüterverkehr stiegen 2016 die Umsätze im Vergleich zum Vorjahr um rund ein Prozent. Der neuerliche Rückgang der Kraftstoffpreise um über acht Prozent im Vergleich zum Jahr 2015 half den Unternehmen. Dennoch stellte sich die Gesamtkostenentwicklung im gewerblichen Straßengüterverkehr uneinheitlich dar: Während bei einem Teil der Unternehmen die Gesamtkosten aufgrund der Kraftstoffpreisentwicklung nochmals sanken, stiegen diese bei anderen bereits wieder. Grund dafür waren laut BAG Studie vorrangig erhöhte Aufwendungen für qualifiziertes Fahrpersonal. Insgesamt erwirtschaftete der Großteil der in die Marktbeobachtung des Bundesamtes einbezogenen Unternehmen im Jahr 2016 Erträge, die annähernd auf dem guten Vorjahresniveau lagen. Die genannten Umsatzrenditen bewegten sich überwiegend in einer Bandbreite von ein bis drei Prozent, zum Teil bis zu fünf Prozent. Nicht wenige Transportunternehmen erzielten innerhalb der genannten Bandbreiten Renditesteigerungen im Vergleich zum Vorjahr.

Die Suche nach Fahrpersonal wird teuer für Unternehmen

Unternehmensinsolvenzen im deutschen Transportgewerbe nahmen weiter ab. Die Fahrzeuginvestitionen beschränkten sich im Jahr 2016 erneut in hohem Maße auf Ersatzinvestitionen. Erweiterungsinvestitionen standen zumeist im Zusammenhang mit Neugeschäften, Auftragsausweitungen von Bestandskunden oder einer Flexibilisierung des Fuhrparks, z.B. mittels Sattelanhängern.

Bahn verliert laut BAG im Binnenverkehr

Im Schienengüterverkehr sank dagegen die Beförderungsmenge im Vergleichszeitraum um ein Prozent auf rund 363,5 Millionen Tonnen. Auch die Verkehrsleistung auf der Schiene verringerte sich um 0,4 Prozent auf rund 116,2 Milliarden tkm. Rückgänge zeigten sich vor allem in der Montanindustrie sowie beim Transport chemischer Erzeugnisse. Zuwächse ließen sich auf der Schiene vor allem im unbegleiteten kombinierten Verkehr mit Sattelanhängern beobachten. Daneben ergab sich ein deutliches Plus beim Transport von Erdöl sowie Mineralölerzeugnissen. Die Rückgänge entfielen überwiegend auf die Binnenverkehre, während die grenzüberschreitenden ebenso wie die Durchgangsverkehre ein deutliches Mengen- und Leistungswachstum aufwiesen. Aufgrund der bestehenden Rahmenbedingungen musste sich der Schienengüterverkehr im Berichtsjahr 2016 regelmäßig an der zumeist kostengünstigeren Straße messen lassen.

In der Binnenschifffahrt stagnierte das Transportaufkommen bei rund 221,3 Millionen Tonnen. Die Verkehrsleistung reduzierte sich allerdings um 1,8 % auf rund 54,3 Milliarden tkm. Sie fiel damit auf den niedrigsten Wert der vergangenen Jahre.

Die leichten Umsatzsteigerungen im Straßen- und Schienengüterverkehr im Jahr 2016 erreichten die deutschen Binnenschiffer nicht. Im Gegenteil, sie verbuchten hohe Umsatzeinbußen in Folge stark rückläufiger Frachten. Der starke Wettbewerb und eine moderate, teils rückläufige Kostenentwicklung, die insbesondere durch den weiteren Rückgang der Kraftstoffpreise geprägt wurde, setzten die Beförderungsentgelte im Jahr 2016 verkehrsträgerübergreifend unter Druck. Während die Beförderungsentgelte im Schienengüterverkehr insgesamt noch leicht anstiegen, gingen sie in verschiedenen Segmenten des Straßengüterverkehrs – vor allem im Fernverkehr – und in der Binnenschifffahrt zurück.

Die vollständige BAG Studie „Marktbeobachtung Güterverkehr“ steht zum kostenlosen Download auf der Homepage des Bundesamtes www.bag.bund.de in der Rubrik Verkehrsaufgaben – Marktbeobachtung – Herbst-und Jahresberichte zur Verfügung.

 

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