16.03.2017 Stephanie Kunert Keine Kommentare ↓

Automatisierte Fahrzeuge in der Baustelle

Automatisierte Fahrzeuge müssen Verkehrszeichen zuverlässig erkennen können. Das kann im dichten Verkehr einer Baustelle kompliziert sein. Denn hier ist oft eine komplexe Verkehrsführung mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten oder Spurenverläufen nötig. Forscher des Fraunhofer-Instituts entwickeln derzeit Technologien, die solche Situationen in Echtzeit interpretieren.

Baustellen sind eine Herausforderung für automatisierte Fahrzeuge. In der Regel verengen sich Fahrspuren, Staus entstehen und Fahrer reagieren oftmals unsicher oder gestresst. Somit kommt es häufiger zu Unfällen. Die Systeme der automatisierten Fahrzeuge können dabei vom Geschehen überfordert sein. Denn es gibt für Fahrer – egal ob Mensch oder Maschine – viel zu beachten: Zum einen überlagern sich alte und neue Fahrbahnmarkierungen. Zum anderen sind begrenzende Baken und Leitkegel von der Sensorik schwer zu erfassen. Außerdem enthalten die Schilder unterschiedliche Informationen zur erlaubten Geschwindigkeit oder dem Spurenverlauf.

Automatisierte Fahrzeuge navigieren durch die Baustelle

Situation erkannt: Das System des Fraunhoferinstituts erfasst das Verkehrsgeschehen. Foto: www.auto-medienportal.net

„Unsere Technologie ermöglicht es, auch Schilder dieser Art mit hoher Treffsicherheit zu lesen“, erklärt Stefan Eickeler. Er ist zuständig für das Thema Objekterkennung am Fraunhofer-Institut für Intelligente Analyse- und Informationssysteme. Die Informationen werden semantisch verarbeitet, inhaltlich verstanden und zur weiteren Verarbeitung verfügbar gemacht. „Mit Deep Learning – einer Schlüsseltechnologie für die Zukunft der Automotive-Branche – bringen wir der Software bei, die klassischen Muster schneller und effizienter zu erkennen.“

Automatisierte Fahrzeuge navigieren mit Kamera

Künftig arbeiten Navigationsgerät und Bordcomputer zusammen. So erkennt die Technologie anders ausgewiesene Autobahnausfahrten auf Baustellen. Abstände zu anderen Fahrzeugen werden optimal bemessen und die Geschwindigkeit rechtzeitig angepasst. „Was beim assistierten Fahren in Kürze schon für Entspannung und mehr Sicherheit beim Fahren sorgen könnte, soll auf lange Sicht auch von ganz alleine funktionieren: Dann können automatisierte Fahrzeuge eigenständig reagieren“, erläutert Eickeler.

Zum Einsatz kommt dabei eine Kamera, die derzeit 20 bis 25 Bilder pro Sekunde liefert. Direkt während der Fahrt analysiert das System diese Bilder und liest Informationen zu Hinweisschildern, Fahrspurinformationen oder von LED-Verkehrszeichen heraus. Eine Zukunftsvision ist, dass diese Kamera künftig als primäre Schnittstelle arbeitet und so auf eine Vielzahl an Sensoren verzichtet werden kann. (ampnet/hrr)

 

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